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Otte Mark      "Glocken"

Acryl und Dispersion auf ausgeschnittener Wolldecke, aufgezogen auf Nessel, 200 x 160 cm, rückseitig signiert und datiert.


"Die ausgewählten Wolldecken, woraus ich Glockenformen ausschnitt, stammen großteils aus einem professionell betriebenen Sammellager zur Entsorgung und Weiterverwertung von Altkleidern (Recycling).
Individueller Geschmack der Musterentwerfer und ehemaligen Deckenbesitzer floss in den Bildprozess - oder war es nur Massengeschmack?

Davor entwickelte ich 23 Jahre Collagen aus originalen Malereien von Kindern, worin ich Individuation und Sozialisation thematisierte.
In meinen aktuellen Arbeiten spielen provozierte Zufälle und deren bildnerische Reflexionen die wesentliche Rolle der Bildfindung.
Versuche in vielen Bildphasen, andere oder anderes ins Gestalten einzubeziehen.


Zunächst "restaurierte" ich durch Übermalung die abgenutzten Decken, um dann zunehmend eigene Ideen zu erarbeiten.
Kann ein Gebrauchsgegenstand  (Wolldecke) zu Malerei, Bild und Kunst werden?
"Glockenläuten", Symbol für Feier, Freude, Glaube, Gebet, Feuer, Alarm, Krieg, Tod, Frieden, Aufbruch, Zeit,.......
Wolldeckenglocken ertönen unhörbar (paradox), vielleicht ein Klang fürs innere Ohr oder das Auge (Farbton)?

Weitere Bildkonzepte:
wechselweise bemaltes und unbemaltes Dekor (Irritation)
Weggeschnittenes wieder hinmalen
kommerzielles Rot grau machen
räumliche Wirkung durch Bodenfläche
chaotisch malen, strukturieren, gestalten
geometrische Formationen oder Deformationen
andere Bildmotive (Hut, Ente)

Was im früheren, realen Leben auf, unter und mit den Decken sonst alles geschah, bleibt den Phantasien der Betrachtenden überlassen.

Ohne Verwendung der Wolldecken entstanden später noch konstruktivistische und organische, bis ins Unkenntliche transformierte Glocken (einige als Relief)."

Otte Mark, Krefeld/Anrath, 5.12.2014


 
 
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